Zehn Fragen zur Arbeit 4.0
  1. Wie verändert die Digitalisierung die soziale Struktur, die Wertschöpfung und das Arbeitssystem von Unternehmen?
  2. Wie können Arbeitsplatzverluste durch neue Produkte, intelligente Systeme und innovative Dienstleistungen ausgeglichen und wo neue Jobs geschaffen werden?
  3. Welche Arbeitsplätze werden durch die Nutzung digitaler Techniken und Infrastrukturen bedroht und welche entstehen neu?
  4. Was passiert mit den Beschäftigten, deren Arbeitsplätze wegfallen?
  5. Wird das Potenzial der Technik genutzt, um gute Arbeit und Arbeitsbedingungen zu fördern?
  6. Wie werden sich die Arbeitsabläufe gestalten – bleiben für Menschen nur gering qualifizierte Tätigkeiten übrig oder können sie mit höherer Qualifikation mehr Handlungsspielraum nutzen und Verantwortung übernehmen?
  7. Wie können die Beschäftigen ihre Qualifikationen stets auf dem aktuellen Stand der Anforderungen halten?
  8. Wenn Arbeitszeit und -ort immer flexibler sein können – bringt das mehr individuelle Entscheidungsfreiheit und Chancen zur Vereinbarkeit von Arbeit und Leben oder droht die Entgrenzung von Arbeit, steigender Leistungsdruck und mehr körperliche und psychische Belastung?
  9. Wird aus Belegschaften ein diffuser Mix von fest Beschäftigten und externen Kräften – bis hin zur Auslagerung von Arbeitsaufgaben an „digitale Tagelöhner“ („Crowdworking“)?
  10. Wie muss die betriebliche Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten weiterentwickelt werden, um die neu formierte Arbeitswelt positiv mit zu gestalten?
Arbeit im Wandel – Risiken und Chancen für die Beschäftigten

Eine Arbeitswelt, die vermehrt von der Vernetzung intelligenter Geräte, Systeme und Anlagen geprägt ist, birgt Chancen wie Risiken.

Um die Chancen der Digitalisierung für bessere Arbeitsbedingungen realisieren zu können, ist eine umfassende Gestaltungsperspektive gefragt. Das bedeutet: Bei der Einführung von Digitalisierungs-Geschäftsmodellen dürfen die Gestaltungsfragen der Arbeitsorganisation, der Weiterbildung sowie der Technik und Software nicht isoliert behandelt werden. Stattdessen müssen sie zusammen gedacht und umgesetzt werden.

Digitalisierung steht für komplexe, flexible, anpassungsfähige Prozesse – dafür braucht es  qualifizierte, motivierte und selbständig agierende Beschäftigte, die ihre Arbeit selbstorganisiert und kooperativ vollziehen können.

Arbeit 4.0 erfordert die soziale und arbeitspolitische Gestaltung der digitalen Techniken, Prozesse und Abläufe.